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Bienenwohnungen


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Welche Bienenwohnung ist für die Bienen ideal?
Welche ist für den Imker optimal?

Die Honigbienen leben auf und zwischen ihren Waben. Das ist ihre Wohnung! Einige Bienenarten bauen nur eine Wabe z.B. an einen Ast und schützen diese gegen Feinde und das Wetter mit einem Pelz von Bienen. Die meisten Bienen aber nutzen eine Höhle als Schutz für ihr Nest. Dabei sind sie sehr flexibel: Sie besetzen hohle Bäume, Erdhöhlen, Hohlräume an Gebäuden und auch solche Höhlen, die einem Imker nicht gleich einfallen würden:
Buch der Richter, Kapitel 14 (ca. 1100 v. Ch.)
Vers 8:
(Simsons Kampf mit dem Löwen). 
Er bog vom Wege ab, um nach dem Kadaver des Löwen zu sehen. Siehe, da war ein Bienenschwarm in dem Leib des Löwen und Honig, und er nahm ihn in die Hand und aß davon unterwegs.

Aus dem Stern: Archäologen haben in Israel die Überreste von Bienenhäusern aus der Zeit Davids (1000 v. Chr.) entdeckt.

Ort der Ausgrabung im Beth-Shean-Tal ist die historische Stadt  Tel Rehov, zur Zeit des Nordreichs Israel ein wichtiges kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Die Forscher fanden ein Bienenhaus mit mehr als 30 Bienenstöcken, die auf mehreren Etagen unter gebracht waren. 

Die Stöcke selbst bestanden aus 80 Zentimeter langen Zylindern mit einem Durchmesser von rund 40 Zentimetern. Sie waren aus ungebranntem Ton und Stroh hergestellt und auf der Vorderseite mit einem Einflugloch für die Bienen versehen. Auf der Rückseite hatten sie einen abnehmbaren Deckel, über den der Honig entnommen werden konnte.

m Mittelmeerraum war seit den Anfängen der Bienenhaltung die liegende Röhre als Bienenwohnung allgemein in Gebrauch. In römischer Zeit kamen quaderförmige Bretterkisten auf, die wohl in der Kärntener Bauernbeute und den afrikanischen "Top Bar Hives" bis in neuere Zeit erhalten blieben. In Mitteleuropa hielt man die Bienen in Stroh- oder Rutenkörben so wie in östlichen Waldgegenden in abgeschnittenen hohlen Baumstümpfen, nicht nur stehend sondern auch liegend - den sogenannten Klotzbeuten.

Was sind die Mitteleuropäer umständlich!!!

Definitionen

Ständerbeute

Brutraum und Honigraum stehen übereinander. 
Beispiele: Aufrechtstehender hohler Baum, klassischer Bienenkorb, Magazinbeute

Lagerbeute Brutraum und Honigraum liegen nebeneinander, also in einer Ebene. 
Beispiele: Liegender hohler Baum, historische Bienenröhre, afrikanische Top Bar Hives
Magazinbeute moderne Ständerbeute, bestehend aus losem Bodenteil, losem Deckel 
und gleichartigen Zargen, für  Brut und Honigwaben.
Hinterbehandlungs-
beute
Ständerbeute, bei der Brut- und Honigraum von hinten bearbeitet werden.
Ideal für das Bienenhaus.
Trogbeute Kasten für Bienen mit festem Boden und losem Deckel. (Obenbehandler) 
Oft kann hinter der Brut Honig geerntet werden (Typ Lagerbeute). 
Meistens sind für die Honigernte  auch Zargen als Aufsatz vorgesehen. (Typ Ständerbeute)
Beispiele: Alpentrogbeute, alte englische, dänische oder polnische Beute.
Trogbeute mit Honigaufsatz Aus dieser Beute entwickelt H. Bremer seine Lagerbeute

Dänische Trogbeute mit 2 Honigaufsätzen

Wie groß soll der Brutraum sein?

Nach dem v. Berlepsch und Dzierzon die bewegliche Wabe erfunden hatten, konnte F. Gerstung das Brutnest genau untersuchen.
Er beschrieb die Brutnestordnung als eine strenge Anordnung von Brut, Pollen und Honig, die in einer bestimmten Abfolge im Bienenkasten untergebracht sind. Die Königin beginnt dabei mit ihrer Bruttätigkeit im Zentrum des Wintersitzes und weitet ihre Tätigkeit dann in konzentrischen Kreisen über die einzelnen Waben hinweg immer weiter aus, bis sie entweder an Rähmchenschenkel oder an Pollen- oder Honigflächen stößt, so nimmt das Brutnest im weiteren Jahresverlauf eine kugelförmige Gestalt an. 

Das Brutnest wird von dem Bien bevorzugt in Fluglochnähe angelegt und dehnt sich
 von dort in den weiteren Brutraum aus. Das Brutnest wird nach außen begrenzt von Futterkränzen und Futterwaben, darauf folgen die Pollenkränze.

Und Gerstung maß das Brutvolumen der Bienenvölker kurz vor dem Schwärmen aus, also wenn die Königin zeigt, was sie beim Eierlegen drauf hat. Er fand, dass 11 bis 14 Liter Wabenwerk bei den meisten Völkern bebrütet war, 18 Liter bei besonders guten Völkern und bei wenigen konnte er bis zu 27 Liter ausmessen. 

Nun ein wenig Rechnen: Eine Wabenzelle hat 5,4 mm Durchmesser. 
Durch die Sechseckform passen 4 Zellen auf einen cm². 
Auf 1 cm² Wabe sind so 8 Zellen, weil die Wabe nun mal 2 Seiten hat. 
Der Wabenabstand beträgt 3,5 cm. Also kommen 8 Zellen auf 3,5 cm³ oder 3,5 ml.
Eine Zelle hat also 0,44 ml Volumen im Wabenwerk. Nun kann jeder die Anzahl der Brutzellen berechnen, die die Königin in den letzten 21 Tagen bestiftet hatte. 

Ergebnis:

F. Gerstung (1860-1925)

  die Meisten die Guten die Besten
Brutvolumen in Liter 11 - 14  18 27
Anzahl der Brutzellen 25000 - 32000 41000 61000
Legeleistung pro Tag 1200 - 1500 2000 3000
Legeleistung pro Minute ≈ 1 1,4 2
Jetzt darf man daran erinnern, dass 1500 Eier dem Gewicht der Königin entsprechen! 
Und die Königin, die 3 Wochen lang täglich 3000 Eier legt, hat in ihrer 24 Stundenschicht für jedes Ei 
nur noch 30 Sekunden Zeit, incl. Fütterung und Wabenwechsel!
Nach Gesprächen mit Doctores von Bieneninstituten und erfahrenen Imkern nehme ich an, dass die meisten heutige Königinnen  
eine Legeleistung von 2000 und mehr Eier täglich erbringen können. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass einige Imker ein Gefühl für Zahlen haben könnten, wie man es Anglern nachsagt.
Nun zur Frage, wie viel Wabenvolumen haben die heute gebräuchlichen Beuten im Brutraum?
  Rähmchenmaß
 innen (cm²)
Wabenfläche
(cm²)
Brutraum-
volumen
bebrütete Waben
(bei 2000 Eier tgl.) 
bebrütete Waben
(bei 3000 Eier tgl)
Hinterbehandler 10 DN 35,4 x 20,7 733 26 Liter 10,5 
Zandermagazin 2 x 10 40 x 20 800 56 Liter 6,5 9,5
Zandermagazin 1 ½ x 10 40 x 31 1240 44 Liter 4 6
Dadant 12 43 x 25,5 1100 46 Liter 4,5 7
Gerstung 12 40 x 25 1000 42 Liter 5 7,5
Bremer 
(18 Kuntzsch-hoch)
23,4 x 31,4 735 46 Liter 7 10,5
Was sieht man aus der Tabelle?
Die besten Königinnen brauchen Platz für 27 Liter Brutwerk. Sie fühlen sich wohl, wenn noch 18 Liter Raum für Vorrat an Pollen und Honig vorhanden ist. Also 60% für Brut und 40% für Vorrat, macht zusammen 100% sind 45 Liter.
Eine Königin mit einer Tagesleistung von 2000 Eier braucht 18 Liter für die Brut und 12 Liter für Vorrat, zusammen 30 Liter.

Eine Hochleistungskönigin könnte mit einer kleinen Hinterbehandlerbeute unzufrieden werden. 
Bei allen anderen Beuten hat fast jede Königin Platz zum Eierlegen im Überfluss und für Pollen und Futter ist auch reichlich Raum.
So können Magazinimker mit gutem Gewissen "ihr" Maß wählen, je nach Betriebstechnik! 
Aber mit gleich gutem Gewissen können die Lagerbeuten-Imker zu ihrer Beute stehen! 

Wie groß soll das Brutraum-Rähmchen sein?

Imker, die versuchen sich in den Bien hinein zu versetzen, empfinden die Kugelgestalt für das Wabenwerk als ideal. Sie stehen damit in der Tradition der alten griechischen Philosophen, die auch von der Symmetrie der Kugel begeistert waren. Die Bienen scheinen mir weniger philosophisch: Sie bauen jede geeignete Höhle nach den Vorgaben aus. Aber die Thermodynamik ist den Bienen nicht gleichgültig. Da beachten sie schon, dass die Kugel bei vorgegebenem Volumen die geringste Oberfläche hat. Das ist für die Wintertraube wichtig, die bei niedrigen Temperaturen sich der Kugelgestalt annähert.

Radius der 
Innenkugel
Kantenlänge 
des Umquaders
Kugel-
volumen
Quader-
volumen
N Bei DN- oder Zander-Rähmchen  mit ihrer Höhe von 
20 cm kommt man zu einem Kugelvolumen von 4,2 Liter. Das sind 6 besetzte Waben . Völker, die auf einer Zarge überwintern, zeigen, es geht! 

Das Rähmchenmaß Kuntzsch-hoch mit 25 cm Breite erlaubt eine  Kugel mit doppeltem Inhalt in Fußballgröße. Hier sind dann ca. 7 Waben besetzt.

Ab dem Maß 1 ½ DN oder Zander kann die Winter-
traube schon recht frühzeitig Kugelgestalt annehmen 

10 cm 20 cm 4,2 Liter 8 Liter 6
12,5 cm 25 cm 8,2 Liter 15,6 Liter 7
15 cm 30 cm 14,1 Liter 27 Liter 9
17 cm 34 cm 20,6 Liter 39,3 Liter 10
19 cm 38 cm 28,7  Liter 54,9 Liter 12
 

Wie groß soll der Honigraum sein?

Hier wird die Anforderung gestellt, dass nicht nur Platz für die durchschnittliche Honigernte des Durchschnittsimkers von etwa 
25 kg im Jahr (nicht Minimum sondern Durchschnitt, es kann auch weniger sein!!!) oder des leistungsgeprüften Hochleistungsvolkes von ca. 45 kg/Jahr vorhanden ist, sondern dass Spitzenimker auch Spitzentrachten ernten können. 

Eine gutgefüllte Honigwabe in DNM oder Zander bringt etwa 2,5 kg Honig. Also ist eine Honigraumzarge in der Lage eine durchschnittliche Jahreshonigernte aufzunehmen. Zwei Zargen sind schon Spitze! Wenn ein Magazin-Imker einen Turm mit 
6 Zargen (2 x BR, 4 x HR) baut, dann erwartet er noch eine Ernte von ca. 100 kg. 

Nun erntet der ertragsorientierte Imker mindestens zweimal, Frühtracht und Spättracht getrennt. 
Demnach sollten also 20 Waben im Honigraum  eigentlich ausreichen! 

Wie sieht es nun in den Lagerbeuten aus?

Der Honigraum ist mit 18 Waben bestückt, ausreichend für 45 kg Honig, Frühtracht!
Beim Abschleudern der Spättracht entnehme ich aus dem Brutraum auch die hinteren 3 Waben, um Platz für den Futterkasten zu schaffen. Also 21 Waben mit höchstens 52.5 kg Honig! 

Wer ertragreichere Völker führen kann, muss in den Lagerbeuten nach Golz oder Bremer schon mal zwischenschleudern!