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Aus dem
Stern: Archäologen haben in Israel die Überreste
von Bienenhäusern aus der Zeit Davids (1000 v. Chr.) entdeckt.
Ort der Ausgrabung im Beth-Shean-Tal ist die historische Stadt
Tel Rehov, zur Zeit des Nordreichs Israel ein wichtiges
kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Die Forscher fanden ein
Bienenhaus mit mehr als 30 Bienenstöcken, die auf mehreren Etagen
unter gebracht waren.
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| Die Stöcke selbst bestanden aus 80
Zentimeter langen Zylindern mit einem Durchmesser von rund 40
Zentimetern. Sie waren aus ungebranntem Ton und Stroh hergestellt
und auf der Vorderseite mit einem Einflugloch für die Bienen
versehen. Auf der Rückseite hatten sie einen abnehmbaren Deckel,
über den der Honig entnommen werden konnte.
m Mittelmeerraum war seit den Anfängen
der
Bienenhaltung die liegende Röhre als Bienenwohnung allgemein in Gebrauch. In
römischer Zeit kamen quaderförmige Bretterkisten auf, die wohl in der
Kärntener Bauernbeute und den afrikanischen "Top
Bar Hives" bis in neuere Zeit erhalten blieben. In Mitteleuropa hielt man die Bienen in Stroh-
oder Rutenkörben so wie in östlichen Waldgegenden in abgeschnittenen hohlen
Baumstümpfen, nicht nur stehend sondern auch liegend - den sogenannten Klotzbeuten.
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Definitionen
| Ständerbeute |
Brutraum und Honigraum stehen übereinander.
Beispiele: Aufrechtstehender hohler Baum, klassischer Bienenkorb,
Magazinbeute |
| Lagerbeute |
Brutraum und Honigraum liegen nebeneinander, also
in einer Ebene.
Beispiele: Liegender hohler Baum, historische Bienenröhre,
afrikanische Top Bar Hives |
| Magazinbeute |
moderne Ständerbeute, bestehend aus losem
Bodenteil, losem Deckel
und gleichartigen Zargen, für Brut und Honigwaben. |
Hinterbehandlungs-
beute |
Ständerbeute, bei der Brut- und Honigraum von hinten bearbeitet
werden.
Ideal für das Bienenhaus. |
| Trogbeute |
Kasten für Bienen mit festem Boden und losem
Deckel. (Obenbehandler)
Oft kann hinter der Brut Honig geerntet werden (Typ Lagerbeute).
Meistens sind für die Honigernte auch Zargen als
Aufsatz vorgesehen. (Typ Ständerbeute)
Beispiele: Alpentrogbeute, alte englische, dänische oder polnische
Beute. |
Wie groß soll der Brutraum sein?
Nach dem v. Berlepsch und Dzierzon die bewegliche Wabe
erfunden hatten, konnte F. Gerstung das Brutnest genau untersuchen.
Er beschrieb die Brutnestordnung als eine strenge Anordnung von Brut,
Pollen und Honig, die in einer bestimmten Abfolge im Bienenkasten
untergebracht sind. Die Königin beginnt dabei mit ihrer Bruttätigkeit
im Zentrum des Wintersitzes und weitet ihre Tätigkeit dann in
konzentrischen Kreisen über die einzelnen Waben hinweg immer weiter aus, bis sie entweder an Rähmchenschenkel
oder an Pollen- oder Honigflächen stößt, so nimmt das Brutnest im
weiteren Jahresverlauf eine kugelförmige Gestalt an.
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Das Brutnest wird von dem Bien
bevorzugt in Fluglochnähe angelegt und dehnt sich
von dort in den
weiteren Brutraum aus. Das Brutnest wird nach außen begrenzt von
Futterkränzen und Futterwaben, darauf folgen die Pollenkränze.
Und Gerstung maß das Brutvolumen der Bienenvölker kurz vor dem
Schwärmen aus, also wenn die Königin zeigt, was sie beim Eierlegen
drauf hat. Er fand, dass 11 bis 14 Liter Wabenwerk bei den meisten
Völkern bebrütet war, 18 Liter bei besonders guten Völkern und bei
wenigen konnte er bis zu 27 Liter ausmessen.
Nun ein wenig Rechnen: Eine Wabenzelle hat 5,4 mm Durchmesser.
Durch
die Sechseckform passen 4 Zellen auf einen cm².
Auf 1 cm² Wabe sind so
8 Zellen, weil die Wabe nun mal 2 Seiten hat.
Der Wabenabstand beträgt
3,5 cm. Also kommen 8 Zellen auf 3,5 cm³ oder 3,5 ml.
Eine Zelle hat
also 0,44 ml Volumen im Wabenwerk. Nun kann jeder die Anzahl der
Brutzellen berechnen, die die Königin in den letzten 21 Tagen bestiftet
hatte.
Ergebnis:
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F. Gerstung (1860-1925) |
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Nun zur Frage, wie viel Wabenvolumen haben die
heute gebräuchlichen Beuten im Brutraum?
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Rähmchenmaß
innen (cm²) |
Wabenfläche
(cm²) |
Brutraum-
volumen |
bebrütete Waben
(bei 2000 Eier tgl.) |
bebrütete Waben
(bei 3000 Eier tgl) |
| Hinterbehandler 10 DN |
35,4 x 20,7 |
733 |
26 Liter |
7 |
10,5 |
| Zandermagazin 2 x 10 |
40 x 20 |
800 |
56 Liter |
6,5 |
9,5 |
| Zandermagazin 1 ½ x 10 |
40 x 31 |
1240 |
44 Liter |
4 |
6 |
| Dadant 12 |
43 x 25,5 |
1100 |
46 Liter |
4,5 |
7 |
| Gerstung 12 |
40 x 25 |
1000 |
42 Liter |
5 |
7,5 |
Bremer
(18 Kuntzsch-hoch) |
23,4 x 31,4 |
735 |
46 Liter |
7 |
10,5 |
Was sieht man aus der Tabelle?
Die besten Königinnen brauchen Platz für 27 Liter Brutwerk. Sie
fühlen sich wohl, wenn noch 18 Liter Raum für Vorrat an Pollen und
Honig vorhanden ist. Also 60% für Brut und 40% für Vorrat, macht
zusammen 100% sind 45 Liter.
Eine Königin mit einer Tagesleistung von 2000 Eier braucht 18 Liter
für die Brut und 12 Liter für Vorrat, zusammen 30 Liter.
Eine Hochleistungskönigin könnte mit einer kleinen Hinterbehandlerbeute
unzufrieden werden.
Bei allen anderen Beuten hat fast jede Königin Platz zum Eierlegen im
Überfluss und für Pollen und Futter ist auch reichlich Raum.
So können Magazinimker mit gutem Gewissen "ihr" Maß wählen, je nach Betriebstechnik!
Aber mit gleich
gutem Gewissen können die Lagerbeuten-Imker zu ihrer Beute
stehen!
Wie groß soll das Brutraum-Rähmchen sein?
Imker, die versuchen sich in den Bien hinein zu
versetzen, empfinden die Kugelgestalt für das Wabenwerk als ideal. Sie
stehen damit in der Tradition der alten griechischen Philosophen, die
auch von der Symmetrie der Kugel begeistert waren. Die Bienen scheinen
mir weniger philosophisch: Sie bauen jede geeignete Höhle nach den
Vorgaben aus. Aber die Thermodynamik ist den Bienen nicht gleichgültig.
Da beachten sie schon, dass die Kugel bei vorgegebenem Volumen die
geringste Oberfläche hat. Das ist für die Wintertraube wichtig, die
bei niedrigen Temperaturen sich der Kugelgestalt annähert.
Radius der
Innenkugel |
Kantenlänge
des Umquaders |
Kugel-
volumen |
Quader-
volumen |
N |
Bei DN- oder Zander-Rähmchen
mit ihrer Höhe
von
20 cm kommt man zu einem Kugelvolumen von 4,2 Liter. Das
sind 6 besetzte Waben . Völker, die auf einer Zarge überwintern,
zeigen, es geht! Das Rähmchenmaß Kuntzsch-hoch mit 25 cm Breite erlaubt
eine Kugel mit doppeltem Inhalt in Fußballgröße. Hier sind dann ca. 7 Waben besetzt.
Ab dem Maß 1 ½ DN oder Zander kann die Winter-
traube schon recht frühzeitig Kugelgestalt annehmen |
| 10 cm |
20 cm |
4,2 Liter |
8 Liter |
6 |
| 12,5 cm |
25 cm |
8,2 Liter |
15,6 Liter |
7 |
| 15 cm |
30 cm |
14,1 Liter |
27 Liter |
9 |
| 17 cm |
34 cm |
20,6 Liter |
39,3 Liter |
10 |
| 19 cm |
38 cm |
28,7 Liter |
54,9 Liter |
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Wie groß soll der Honigraum sein?
Hier wird die Anforderung gestellt, dass nicht nur Platz
für die durchschnittliche Honigernte des Durchschnittsimkers von etwa
25 kg im Jahr (nicht Minimum sondern Durchschnitt, es kann auch weniger
sein!!!) oder des leistungsgeprüften Hochleistungsvolkes von ca. 45 kg/Jahr vorhanden ist,
sondern dass Spitzenimker auch Spitzentrachten ernten können.
Eine gutgefüllte Honigwabe in DNM oder Zander bringt
etwa 2,5 kg Honig. Also ist eine Honigraumzarge in der Lage eine
durchschnittliche Jahreshonigernte aufzunehmen. Zwei Zargen sind schon
Spitze! Wenn ein Magazin-Imker einen Turm mit
6 Zargen (2 x BR, 4 x HR)
baut, dann erwartet er noch eine Ernte von ca. 100 kg.
Nun erntet der ertragsorientierte Imker mindestens
zweimal, Frühtracht und Spättracht getrennt.
Demnach sollten also 20
Waben im Honigraum eigentlich ausreichen!
Wie sieht es nun in den Lagerbeuten aus?
Der Honigraum ist mit 18 Waben bestückt, ausreichend
für 45 kg Honig, Frühtracht!
Beim Abschleudern der Spättracht entnehme ich aus dem Brutraum auch die
hinteren 3 Waben, um Platz für den Futterkasten zu schaffen. Also 21
Waben mit höchstens 52.5 kg Honig!
Wer ertragreichere Völker führen kann, muss in den Lagerbeuten nach
Golz oder Bremer schon mal zwischenschleudern!
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